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Expectations

Why do you expect me to expect something?
I'm not going to.
I won't.

Why do you expect me to be visionary?
Why do you expect me to plan for my future?
I don't want to.
I won't.

Why do you expect me to decice now?
Why do you expect me to aim for something?
Why do you expect me to choose whom to follow?
I will just wait for things to happen.
You will not stop me!

Verantwortung

Wer ist verantwortlich?

Verantwortung- immer wieder taucht sie auf in unserer Geschichte. Wer war für die Atombombe verantwortlich, wer für die Ermordung tausender Menschen, wer für die industrielle Revolution?

Wenn man solche Fragen stellt, muss man klar unterscheiden zwischen Verantwortung und Schuld. Im Duden wird keines von beidem klar definiert. Schuld ist demnach etwas, das man tragen, jemandem geben oder in die Schuhe schieben kann und wird meist als unerwünscht empfunden.

Verantwortung dagegen kann man jemandem überlassen, übertragen oder haben. Sie wird auch positiv eingesetzt, wenn jemandem etwas gut gelungen ist.

Wer ist also verantwortlich?

Verantwortung kann, muss aber nicht, heißen, jemand an etwas arbeitet, für das er verantwortlich ist. Verantwortlich kann aber auch dessen Vorgesetzter sein, der nicht unmittelbar, z.B. an einem Projekt, beteiligt ist und für manche Dinge ist der Auftraggeber verantwortlich.

Schwierig wird es, wenn zwischen Herstellung und Nutzung bestimmter Dinge unterschieden werden muss.

Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: Ein Mann ersticht mit einem gestohlenen Hirschfänger mit Horngriff seine Frau. Gehen wir nun die Ereigniskette entlang, kommen mehrere Verantwortliche in Frage. Für die Herstellung des Hirschfängers benötigt man (neben diversem Werkzeug, das wir hier einmal außer Acht lassen wollen) Horn von einem Hirschgeweih und Stahl.

Hätte der Hirsch, dessen Geweih in fraglichem Hirschfänger verarbeitet war, kein Geweih gehabt und wäre er nicht einem Jäger vor die Flinte gelaufen, hätte man sein Geweih nicht zur Herstellung der Hirschfängers nutzen können.

Hätte der Jäger, der ihn erschoss, dies unterlassen, wäre das Geweih ebenfalls nicht nutzbar gewesen.

Hätte nicht irgendein Forscher die Möglichkeit entdeckt, Stahl herzustellen, hätte man diesen nicht verwenden können, um sowohl Flinten als auch Hirschfängerklingen herzustellen.

Hätte nicht irgendein Bergarbeiter Eisenerz aus dem Boden gegraben, hätte der Stahl nicht hergestellt werden können.

Hätten die Energiekonzerne keine Energie zur Verfügung gestellt, hätte kein rostfreier Edelstahl aus dem Erz gewonnen werden können.

Hätte nun niemand jemals die Idee gehabt, Hirschfänger zu bauen, wäre dem Auftraggeber zur Herstellung des Hirschfängers, der dies natürlich auch hätte unterlassen können, dies nicht möglich gewesen (das in Auftrag geben des Hirschfängers).

Hätte kein Arbeiter das Geweih des oben erwähnen Hirsches zu Hirschfängergriffen verarbeitet, hätten diese nicht von einem weiteren Arbeiter mit den von einem dritten Arbeiter hergestellten rostfreien Edelstahlklingen zu Hirschfängern zusammengesetzt werden können.

Hätte die nun hergestellten hochwertigen Hirschfänger mit Horngriff und rostfreier Edelstahlklinge kein Lieferant zum Händler des Vertrauens eines leider unbekannten Försters gebracht, hätte dieser, was er jedoch auch im anderen Falle hätte lassen sein können, dem Förster keinen Hirschfänger verkaufen können, welcher sich natürlich auch keinen hätte kaufen müssen.

Hätte fraglicher Förster seinen Hirschfänger nicht in einem rustikalen Restaurant an der Gaderobe abgelegt, die vom Besitzer des Restaurants auch besser hätte bewacht werden können, hätte ein mir leider ebenfalls unbekannter Mann mittleren Alters diesen dort nicht entwenden können, um ihn ca. um 22:36 Uhr Ortszeit seiner Frau zwischen zwei Rippen hindurch ins Herz zu stoßen.

Hätte diese Frau früh genug eine Kampfsportart erlernt oder einen eisernen Brustharnisch getragen, wäre dadurch auch hier noch einiges zu verhindern gewesen.

Wir haben also, die Angestellten samt Führungsstab des Energiekonzerns nicht mitgerechnet, schon 15 im Text direkt genannte Verantwortliche, von denen jedoch nur einer, nämlich oben mehrfach erwähnter Mann, eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erhielt

Um aber von der Verantwortung im negativen Sinne am Schluss noch einmal weg zu kommen, sei hier nun noch kurz eine positive Bedeutung des Begriffes erläutert:

Verantwortung hat auch jemand, der sich sehr um etwas kümmert, z.B. um ein Kind oder eine Verlobte (o.Ä.). In diesem Zusammenhang wird auch oft der Begriff "verantwortungsbewusst" gebraucht.

Letztendlich lässt sich über Verantwortung mit gutem Gewissen nur sagen, dass es ein sehr schwammiger Begriff ist, der vielleicht gerade deshalb gerne von Managern oder Politikern eingesetzt wird, die schließlich für die Zukunft unseres so verantwortungsbewussten Landes verantwortlich sind.

Saubillig

Da taucht es wieder auf, das Schwein mit der Stimme von Harald Schmidt, und verkündet die frohe Botschaft: Es wird jetzt alles NOCH günstiger.

So langsam haben es die Werbefuzzis kapiert: Konsum zieht nicht mehr. Der ist schon da, in allen Köpfen, allgegenwärtig, tief eingebrannt in die kleinen Hirne der Menschen, die tagtäglich die Tempel des 21. Jahrhunderts füllen, die Einkaufsmeilen und Malls mit ihren Hochglanzböden, dem modernen Design, alles muss topaktuell sein, futuristisch, Raumschiff Enterprise war ein Witz dagegen, und natürlich, ohne machts heute keiner mehr, mit einem Brunnen, ja, ein Brunnen muss sein, am besten mit einem Frosch oder einer anderen albernen Figur die Wasser wahlweise ins Becken spuckt oder pinkelt. Alles andere wäre geschmacklos, Geld ist ja genug da.

Diese Paläste des Kaptalismus können gar nicht anders finanziert werden als durch ganze Herden von blökendem Konsumvieh, das wirklich alles kauft.

Aber nein, der Konsum allein lockt keine neuen Kunden mehr, irgendwann hat eben auch der Letzte kapiert, dass nur wer kauft wirklich lebt, nicht mehr Besitz zählt, nicht mehr der Nutzen des Erworbenen, nein, kaufen muss man, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, emo ergo sum.

Jetzt muss was neues her, was die Menschen dazu bringt, mehr zu kaufen, noch mehr, immer mehr, egal was, aber mehr davon. Und natürlich gibt es das, Kapitalismus macht erfinderisch: Es gibt den... Geiz.

Ja, der Geiz kommt, jetzt wird alles billiger, jetzt wird alles so billig, je MEHR man kauft, desto MEHR spart man.

Jetzt wird alles SO billig, wie kamen die Menschen früher bloß mit ihrem Geld aus? Wie haben die denn ihre 5 Fernseher, 6 Musikanlagen, 4 Autos, 7 Computer und ihr eigenes Kino mit Riesenleinwand, HD-Projektor und 7.1-Surroundsystem bezahlt?

Tja, wie war das denn, damals...? Die Armen, da hingen die Leute wahrscheinlich dauernd aufeinander und gingen sich gegenseitig auf den Keks, als man sich einen Fehrnseher noch teilen musste. Und überhaupt, der beschwerliche Weg aus dem eigenen Zimmer rüber ins Wohnzimmer, oder noch schlimmer, sogar aus dem Haus raus, in die freie Wildbahn.

Gut dass heute alles so billig ist, das Leben hat ja so an Qualität gewonnen. Jede Wand flimmert jetzt bunt, aus jeder Ecke tönt es, natürlich aus jeder Ecke was anderes, permanent wird man von immer gutgelaunten Moderatorinnen mit großem Ausschnitt oder durchgestylten Moderatoren unterhalten, und sogar die Kontoauszüge sind bunter als früher, das ewige Schwarz ging einem aber auch auf die Nerven.

Aber wie lang wird es dauern, bis auch der Geiz die Menschen nicht mehr dazu bringt, mehr zu kaufen? Und vor allem: was wird dann passieren?

Der nächste Trick, wenn Geiz nicht mehr zieht, wird wahrscheinlich Dummheit. "SAUDÄMLICH UND NOCH VIEL MEHR..." obwohl... Dummheit ist nicht so gut, da ist der Markt zu klein, die meisten haben ja jetzt schon mehr als genug davon. Und die kaufen einem - ganz im Sinne des neuesten Werbespots - echt alles ab. Das praktische daran ist, dass es jetzt nicht mehr darauf ankommt, was wirklich am günstigsten ist, sondern wer am lautesten rumposaunt, er hätte das günstigste und tollste und wäre überhaupt der allerbeste.

Darauf haben sich die Menschen so sehr eingestellt, dass es sogar in der Politik funktioniert. Und die Politiker sind froh drüber. Endlich so viel Mist bauen wie man will, gewählt wird der, der dabei am besten aussieht.

Kein Wunder also dass die NPD an Stimmen gewinnt, auf so medienwirksamem Niveau hat noch keiner Scheiße verbreitet. Die ollen Laberbacken von der SPD und den anderen "Volksparteien" leiden natürlich, aber auch sie haben den Geist der Zeit so langsam erkannt und ersetzen erfolglose Reformen, über die jeder meckert, durch populistische Agitation. Das lässt einen sympatisch erscheinen und macht den Wahlkampf einfacher. Das schlägt sich natürlich auch in dem nieder was dann am Ende dabei rauskommt, und das ist dann eben... sau billig.

Gedicht über die Liebe (oder auch: An Fräulein Unbekannt)

Die Liebe ist ne feine Sache,
um die ich mir Gedanken mache.
Ob rot, ob blond, ob braun-brünett,
Frauen sich einfach recht... nett.

Ob zum be-trachten oder -gaffen,
für die mach ich mich gern zum Affen.

Ob das am Ende meiner Tage
mir eine bringt, ist noch die Frage,
doch immerhin, wenn nicht betören,
tut es sie wenigstens nicht stören,
wenn ich voll Liebesglut und -Wärme
sie tag- und wochenlang umschwärme.

Ich hab sonst einfach keine Ruh,
bis ich eine fürs Leben find',
ich sage dir, mein schönes Kind,
ich glaube fast, das wärst wohl... du.

Gedicht in UTF-8

Ich ✍ auf dem ⌨,
∧ zwar die ⟳ ☾,
Die dämlichsten ☣,
∵ es mich ☺ macht

Sturmnacht

Es raunt in den Wipfeln,
Es pfeift im Geäst,
Da steig ich zum großen Elsternest.
Blätter und Regen peitscht mein Gesicht,
ich sehe mein Ziel,
ich verlier es nicht.
Zerkratzt sind die Arme,
schartig die Beine,
ich lass mich nicht halten,
ich finde das Meine.

Vor langer Zeit hats die Elster gestohlen,
Doch heute werd ich mir wieder holen,
was ich dir einst in die Hände gelegt,
Was du festgehalten und lange gepflegt.
Doch eines Tages, ich konnt es nicht fassen,
hast dus weggeworfen, den Vögeln gelassen,
Die Elster trug das Ding mit sich fort,
Und verbarg es tief in ihrem Hort.
Seit diesem Zeitpunkt quält mich der Schmerz,
meine Brust ist offen, es fehlt, das Herz,
Was ich dir einst in die Hände gegeben,
doch du gabst es fort, warst nicht mehr mein Leben.
Und seit diesem Tag hats die Elster geschunden,
Doch heute Nacht hab ichs wieder gefunden.

Bin ganz nach oben zum Nest geeilt,
der Schmerz ist gebrochen,
die Brust ist geheilt,
Und ich fliege frei durch die stürmische Nacht,
bis der Morgen dämmert,
und ich bin erwacht.
Und ich spüre mein Herz endlich wieder schlagen,
Ich beginne mein Leben mit froheren Tagen.

Das Konsumistische Manifest

Umgeben von einem Strudelgetöse aus Geplapper, Gerede, Bewegung, Schwebung und Ton, habe ich getötet.

Kaltblütig gemordet, vernichtet, ins Nirvana geblasen. Das aufgesetzte Lachen, die dummen Kommentare, das Gezappel, die schrillen Töne, die gleißenden Scheinwerfer, verschwinden im Nichts, denn der Fernseher ist aus.

Die Menschen, die eben noch den Bildschirm in einer ewigen Kackophonie füllten, gibt es nicht mehr. Jedenfalls für mich. Ein Gefühl der Macht. Ich schalte den Fernseher ein, und sie zappeln für mich wie der Hamster im Hamsterrad. Ich schalte sie aus, und sie sind weg. Ich schalte meinen mp3-Player an, und sofort müssen die kleinen Musiker meine Ohren füllen. Ich schalte ein Lied weiter und die Band muss spielen, was ich jetzt gerne will.

Die Geister kommen, wenn ich rufe, und sie gehen auf meinen Befehl.

Für mich sind sie beliebig.

Und ich bin für sie beliebig.

Es ist die allgemeine Beliebigkeit moderner Kultur. Beliebige Sender, beliebige Empfänger: Im Fernsehen. Im Kino. In der Musik. Im Internet mit Spam, Chat, Yotube.

Wir sind egalitär und egal, zählen nur als Masse, weil ein Fan, Zuschauer oder Kinobesucher zwar vielleicht ein ganz toller Mensch, aber leider halt nicht zahlungsfähig genug ist, um die ganze Vorstellung alleine zu bezahlen.

Was kümmert es Günter Jauch, dass ich ihn auf dem Bildschirm sehe? Genauso ist es mir egal, ob ich ihn oder irgendeinen anderen betrachte, die Unterhaltung ist überall die gleiche, und kommt die Werbung, dann schalte ich um, vielleicht zu Christiansen, falls es die noch gibt, oder halt Jürgen Milski, den wir wahrscheinlich nie loswerden. Währenddessen tobt im Netz, da wo jeder sein kann, wer er will, jeder sich seine Identität zurechtbastelt aus Ausschneidebildchen, der dritte Weltkrieg: Niemals endende Flamewars.

Aber wen beschimpfe ich denn? Ist der Kommentator vor mir, der, genau wie ich, absolut keine Ahnung von dem hat, was er kommentiert, mehr als eine leere Maske mit dem Nickname evilgangst000r_1337? Wird er je auf diese Seite zurückkehren und meine gewitzte Replik, die geschickt mit einem Diss auf seine Mudda verknüpft ist, lesen?

Es ist mir egal, denn schon kommen tausend Andere und finden mich und meine Meinung scheiße. Mich, luke_23, deathstar_91, masterofdesaster_0815, der, verborgen hinter Avataren und der ominösen Emailadresse smbdyclldlcs@freenet.de, sein Unwesen in den Tiefen und Untiefen des Netzes treibt. (Die Mailadresse habe ich tatsächlich, für den Spam.)

Ich bin genauso egal wie jeder von ihnen. Ich bin Abglanz von tausend Vorurteilen, Begutachtungen beim ersten Blick und dem klein bisschen Individualität, das sich Äußeres Erscheinungsbild nennt, oder heute eben Facebook-Profil, so wie jeder andere hier auch. Unser ich kommt von der Stange, unsere Visionen sind Televisionen und unsere Revolution endet dann, wenn David Cameron in Großbritannien Facebook und Twitter abschaltet.

Und darum, damit ich mein Message-Soll auch erfülle, und damit ihr euren Kindern dann, wenn sich in 30 Jahren immer noch nichts geändert hat, dann gestehen müsst "ja, er hats gesagt, aber ich musste mich doch um meine Farmville-Kühe kümmern", darum rufe ich euch zu:

Wir sind das Proletariat der Identität,

Die Legion individuell Gleicher.

Konsumenten aller Nationen, vereinigt euch!

Frühlingsgedröhn (Deutschabitur)

Der Vögel Stimmen in der Luft
Der warmen Erde Duft wird frei
Und ich, so wie ein jeder Schuft,
fahr mit dem Auto dran vorbei

Die Frösche quaken an dem Tümpel
Das Bächlein fließt vom Eis befreit
Da liegt ein Zigarettenstümpel
und leere Dosen weit und breit

Aus braunem Matsch wächst grünes Gras
Und Gänseblümchen da und hier
Der Motor brummt und ich geb Gas
am Rasthof rechts von der A4

Die Maschine

Der Automat, der surrt und läuft
Der Bits durch seine Kabel pfeifft
Der Daten über Daten häuft
und dich in Wissen fast ersäuft

Der Golem, der dich vorwärts trägt
Der dich in höchste Sphären hebt
mit dem dein Leben schneller lebt
Der für dich deinen Traum erstrebt

Im Gleichschritt Marsch! Es geht voran!
Mach dir die Erde untertan!
In Reih und Glied geht Frau und Mann
vertrau dich der Maschine an.

Der Moloch, der die Leitung speist
Der Kohle Energie entreißt
Atome auseinander beißt
und dabei Sicherheit verheißt

Die Drohne, die das Feuer bringt
den Gegner in die Knie zwingt
Die den Gesang des Todes singt
der auch in deinen Ohren klingt

Im Gleichschritt Marsch! Es geht voran!
Mach dir die Erde untertan!
In Reih und Glied geht Frau und Mann
vertrau dich der Maschine an.
Das Herz aus Stahl, geht es voran!
Mach dir die Erde untertan!
In Reih und Glied geht Frau und Mann
vertrau dich der Maschine an

Der Käfer, der dich überwacht
Er hat dir Frieden heimgebracht
in deine Ohren summt er sacht
damit er dich gefügig macht

Die großen Träume werden klein
wir stimmen in den Gleichklang ein
wir wollen selbst Maschine sein
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Monochrom

Du erhebst dich am Morgen und alles ist grau
Ein neuer Tag und du weißt es genau
grau ist der Morgen, grau ist der Tag
grau sind deine Dusche und dein Fußbodenbelag

Im Gleichschritt wirst du zur Arbeit marschieren
Am Arbeitsplatz acht Stunden Zeit verlieren
Die graue Uhr tickt an der grauen Wand
an deinem grauen Gesicht hab ich dich erkannt

Deine Welt ist monochrom

Du kaufst bunte Nudeln,
um Farbe in dein Leben zu bringen
und traust dich nur unter der Dusche zu singen
denn deine Welt ist monochrom.

Du schaltest zuhause den Fernseher ein
und Welt scheint wieder etwas bunter zu sein
doch die Farben sind falsch,
und ihr Glanz ist gelogen
In deinem Kopf wird das Uhrwerk neu aufgezogen

Du erhebst dich am Morgen und alles ist grau
Ein neuer Tag und du weißt es genau
grau ist der Morgen, grau ist der Tag
grau sind deine Dusche und dein Fußbodenbelag

Du kaufst die Bunte,
um Farbe in dein Leben zu bringen
und traust dich nur unter der Dusche zu singen
denn deine Welt ist monochrom.

An deinem grauen Gesicht hab ich dich erkannt
Nur ein Blick und schon hast du dich abgewandt
Denn wenn wir uns auf der Straße sehn
sehn wir vor uns nicht einen Menschen stehn

Denn dein Gesicht ist das der Maschine
und jeder Schritt ist reine Routine
und du willst das System in dir nicht erkennen
willst Inneres von Äußerem trennen

Du kaufst Blümchentapete
um Farbe in dein Leben zu bringen
und traust dich nur unter der Dusche zu singen
denn deine Welt ist monochrom.

Du gehst auf der Straße und alle sind grau
ein Tag wie immer und du weißt es genau
grau ist er, und grau ist sie,
grau bist du, und grau sind wir

Du gehst zu H&M
um Farbe in dein Leben zu bringen
und traust dich nur unter der Dusche zu singen
denn deine Welt ist monochrom.

Und ich sag nein

Was wäre, wenn dich ein Fremder ansieht, und du lächelst ihn an
Was wäre, wenn jemand auf der Straße anhält, und dir eine Blume schenkt
Was wäre, wenn dich jemand einläd, mit Straßenkreide den grauen Asphalt bunt zu machen
Was wäre, wenn du anfingst, nicht dich nach der Mode zu richten sondern deine Mode sich nach dir richtete
Was wäre, wenn du selbst
   Den Stift
   Den Pinsel
   Die Gitarre
   Die Flöte
   Deine Stimme
nähmst, und anfingst,
   deine eigene Musik,
   deine eigene Kunst,
   deine eigenen Texte
Zu machen
Was wäre, wenn du aufhörtest, dich über dein Aussehen und dein Konsumverhalten auszudrücken und du stattdessen dein Ich in dem suchtest, was du erschaffen kannst

Gib der Welt deine eigenen Farben

Du erwachst am Morgen, und alles ist grau
ein neuer Tag, und du weißt es genau
die Welt ist die Leinwand
die Farbe
musst du ihr geben
besiege das Grau und beginne zu Leben

Kippelig

Ich bin kippelig.
Wenn ich sitze, dann kippel ich
ich bin das Rohr im Wind
der Wetterhahn
das verspielte Kind

Steh ich in der Brandung,
kippt mich die kleineste Welle
bleib nicht hier,
ich such mir ne andere Stelle

Ich bin frei.
willst du mich halten, dann lauf ich vorbei
ich stehe nicht für große Ideen
will lieber die Kleinen sähen und sehen

Lass uns doch mal über die Wiese da laufen
durch Gräser jagen, am Boden raufen
lass uns Wanderer werden, zu fernen Gestaden
Auf! Durch Stürme und Nebelschwaden

Ich bin irre.
weil ich mit meinen Taten die Wahrheit verwirre
ich bin der Verrückte,
ich bin der Wahn
bei mir sind Sinn und Logik vertan

Denn das Gute ist Böse
was falsch ist, ist wahr
das Meer ist voll Sand
das Gebirge planar

Ich bin Chaot.
und darum kippe ich jedes Verbot
bin Dichter, Spielman,
Gauner, Halunke, Pirat

Ich bin die Störung in deiner Ballance
ich breche den Takt in deinem Tanz
und glaubst du, du kannst auf uns Narren verzichten
werden Stein und Starre dein Leben vernichten.